Was ist eine Auflassung und was eine Auflassungsvormerkung?
Die Auflassung ist die Einigung von Verkäufer und Käufer vor dem Notar, dass das Eigentum an der Immobilie übergehen soll. Eigentümer wird der Käufer aber erst mit der Eintragung im Grundbuch. Bis dahin schützt ihn die Auflassungsvormerkung, die verhindert, dass der Verkäufer die Immobilie ein zweites Mal verkauft oder belastet.
Was ist eine Auflassung?
Die Auflassung ist die Einigung über den Eigentumsübergang an einem Grundstück (§ 925 BGB). Sie muss vor einem Notar und bei gleichzeitiger Anwesenheit beider Seiten erklärt werden, eine Vertretung per beglaubigter Vollmacht ist möglich. Das deutsche Recht trennt den Kaufvertrag, der zur Übertragung verpflichtet, von der Übertragung selbst. Für den Eigentumswechsel braucht es deshalb Auflassung und Eintragung im Grundbuch (§ 873 BGB). Meist wird die Auflassung direkt im Kaufvertrag erklärt, und der Notar beantragt die Umschreibung erst, wenn der Kaufpreis gezahlt ist.
Was ist eine Auflassungsvormerkung?
Die Auflassungsvormerkung ist ein Eintrag im Grundbuch, der den Anspruch des Käufers auf die Immobilie sichert. Sie wird kurz nach der Beurkundung eingetragen und verhindert, dass der Verkäufer die Immobilie ein zweites Mal verkauft oder mit neuen Schulden belastet. Auch bei einer Insolvenz des Verkäufers bleibt der Anspruch des Käufers geschützt. Mit der Eigentumsumschreibung wird die Vormerkung gelöscht.
Was ist eine Grundschuld und warum braucht die Bank sie?
Eine Grundschuld ist ein Pfandrecht an der Immobilie, das im Grundbuch in Abteilung III eingetragen wird. Sie sichert der Bank das Recht, die Immobilie verwerten zu lassen, wenn der Kredit nicht zurückgezahlt wird. Ohne eingetragene Grundschuld zahlt die Bank den Kredit nicht aus. Weil der Käufer zu diesem Zeitpunkt noch nicht Eigentümer ist, erlaubt ihm der Verkäufer die Bestellung über eine Finanzierungsvollmacht im Kaufvertrag.
Was ist der Unterschied zwischen Grundschuld und Hypothek?
Eine Hypothek ist fest an einen bestimmten Kredit gebunden und erlischt mit dessen Rückzahlung. Eine Grundschuld besteht dagegen unabhängig vom Kredit weiter, auch wenn dieser abbezahlt ist. Sie kann deshalb später für einen neuen Kredit wiederverwendet werden. Banken nutzen heute fast ausschließlich Grundschulden.
Was ist die Unbedenklichkeitsbescheinigung vom Finanzamt?
Die Unbedenklichkeitsbescheinigung ist die Bestätigung des Finanzamts, dass die Grunderwerbsteuer bezahlt ist. Ohne sie darf das Grundbuchamt den Käufer nicht als Eigentümer eintragen. Das Finanzamt schickt sie nach Zahlungseingang direkt an den Notar.
Kaufvertrag = Verpflichtung. Auflassung = Einigung über den Eigentumsübergang. Vormerkung = Schutz für den Käufer. Grundbucheintragung = Käufer ist Eigentümer.
Häufige Fragen
Was ist eine Auflassung?
Die Einigung von Verkäufer und Käufer vor dem Notar, dass das Eigentum übergehen soll. Sie steht meist im Kaufvertrag.
Was ist eine Auflassungsvormerkung?
Ein Eintrag im Grundbuch, der den Anspruch des Käufers sichert und einen zweiten Verkauf oder neue Belastungen verhindert.
Was ist eine Grundschuld?
Ein im Grundbuch eingetragenes Pfandrecht, mit dem die Bank ihren Kredit absichert.
Was ist der Unterschied zwischen Grundschuld und Hypothek?
Die Hypothek ist an einen Kredit gebunden und erlischt mit ihm. Die Grundschuld bleibt bestehen und kann wiederverwendet werden.
Was ist eine Unbedenklichkeitsbescheinigung?
Die Bestätigung des Finanzamts, dass die Grunderwerbsteuer bezahlt ist. Ohne sie gibt es keine Eintragung ins Grundbuch.
Stand: Oktober 2026. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung. Gesetze, Förderbedingungen und Zahlen können sich ändern.