Wie läuft ein Immobilienkauf beim Notar ab und wie lange dauert es?
Nach der Einigung lässt der Käufer eine Finanzierungszusage einholen, der Notar erstellt den Vertragsentwurf und beurkundet den Kauf. Danach sichert er den Käufer mit einer Auflassungsvormerkung, holt Genehmigungen ein und schickt die Fälligkeitsmitteilung. Vom Notartermin bis zur Schlüsselübergabe vergehen meist zwei bis vier Monate, bis zur Eintragung als Eigentümer oft noch etwas länger.
Wie läuft ein Immobilienkauf beim Notar ab?
- Vorbereitung: Der Käufer holt eine verbindliche Finanzierungszusage ein und wählt meist den Notar aus, weil er ihn bezahlt.
- Vertragsentwurf: Der Notar erstellt ihn nach den Angaben beider Seiten. Kauft eine Privatperson von einem Unternehmer, etwa einem Bauträger, muss ihr der Entwurf in der Regel zwei Wochen vor der Beurkundung vorliegen.
- Beurkundung: Der Notar liest den Vertrag vor und erklärt ihn, beide Seiten unterschreiben. Der Vertrag enthält in aller Regel auch die Auflassung.
- Auflassungsvormerkung: Der Notar beantragt sie kurz nach dem Termin im Grundbuch. Ab jetzt kann der Verkäufer nicht mehr an jemand anderen verkaufen.
- Grundschuldbestellung: Die Bank des Käufers zahlt erst, wenn sie im Grundbuch abgesichert ist. Der Verkäufer erlaubt das über eine Finanzierungsvollmacht im Kaufvertrag.
- Genehmigungen und Löschungen: Der Notar fragt bei der Gemeinde das Vorkaufsrecht ab, holt bei Wohnungen gegebenenfalls die Verwalterzustimmung ein und besorgt die Löschungsunterlagen für alte Grundschulden.
- Kaufpreisfälligkeit: Liegen alle Voraussetzungen vor, schickt der Notar die Fälligkeitsmitteilung.
- Übergabe und Umschreibung: Nach der Zahlung erhält der Käufer die Schlüssel. Sobald das Finanzamt die Grunderwerbsteuer bestätigt hat, wird er als Eigentümer eingetragen.
Was passiert beim Notartermin genau?
Beim Notartermin prüft der Notar die Ausweise, liest den gesamten Kaufvertrag laut vor und erklärt ihn. Ihr könnt Fragen stellen und kleine Änderungen direkt einarbeiten lassen. Am Ende unterschreiben Käufer, Verkäufer und Notar. Der Termin dauert meist 30 bis 60 Minuten. Erst mit dieser Beurkundung ist der Kauf wirksam, eine mündliche Zusage ist bei Immobilien nicht bindend.
Wer wählt den Notar aus?
In der Regel wählt der Käufer den Notar aus, weil er nach dem Gesetz die Kosten trägt. Verkäufer und Käufer können sich aber auch auf einen anderen Notar einigen. Der Notar ist immer neutral und berät beide Seiten.
Wann muss ich den Kaufpreis bezahlen?
Den Kaufpreis zahlst du erst, wenn der Notar dir die Fälligkeitsmitteilung schickt, meist innerhalb von 10 bis 14 Tagen danach. Die Mitteilung kommt, sobald die Auflassungsvormerkung eingetragen ist, die Gemeinde auf ihr Vorkaufsrecht verzichtet hat und die Löschungsunterlagen vorliegen. Das ist häufig vier bis acht Wochen nach dem Notartermin der Fall.
Wie lange dauert es vom Notartermin bis zur Schlüsselübergabe?
Vom Notartermin bis zur Schlüsselübergabe vergehen meist zwei bis vier Monate. Die Übergabe erfolgt in der Regel direkt nach der Kaufpreiszahlung. Ein späterer Termin kann im Vertrag vereinbart werden, etwa wenn der Verkäufer noch Zeit für den Umzug braucht.
Wie lange dauert die Grundbucheintragung nach dem Notartermin?
Die Auflassungsvormerkung wird meist innerhalb von einer bis vier Wochen eingetragen. Die endgültige Eintragung als Eigentümer folgt erst nach Kaufpreiszahlung und Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamts, oft ein bis drei Monate später. Je nach Auslastung des Grundbuchamts kann es auch länger dauern. Insgesamt liegen zwischen Notartermin und Eigentumsumschreibung häufig drei bis sechs Monate.
Wann bin ich Eigentümer der Immobilie?
Eigentümer bist du erst mit der Eintragung im Grundbuch. Wirtschaftlich gehört dir die Immobilie aber meist schon ab der Kaufpreiszahlung: Ab dann gehen Besitz, Nutzen, Lasten und Gefahr auf dich über. Du trägst Grundsteuer und Versicherung und erhältst etwaige Mieten. Deshalb ist eine lückenlose Gebäudeversicherung wichtig.
Was ist ein gemeindliches Vorkaufsrecht?
Das gemeindliche Vorkaufsrecht erlaubt der Stadt oder Gemeinde, in bestimmten Gebieten anstelle des Käufers in den Kaufvertrag einzutreten, etwa in Sanierungsgebieten. In der Praxis wird es selten ausgeübt. Der Notar fragt es nach der Beurkundung ab und erhält meist innerhalb weniger Wochen eine Verzichtserklärung.
Den Kaufvertragsentwurf solltest du in Ruhe lesen und Fragen vorab an den Notar schicken. Änderungen im Termin sind möglich, aber eine gute Vorbereitung spart Zeit.
Häufige Fragen
Wie läuft ein Immobilienkauf beim Notar ab?
Vertragsentwurf, Beurkundung mit Auflassung, Eintragung der Auflassungsvormerkung, Grundschuldbestellung, Fälligkeitsmitteilung, Kaufpreiszahlung, Übergabe und schließlich Eigentumsumschreibung im Grundbuch.
Wie lange dauert es vom Notartermin bis zur Schlüsselübergabe?
Meist zwei bis vier Monate. Die Übergabe folgt in der Regel direkt auf die Kaufpreiszahlung.
Wie lange dauert die Grundbucheintragung nach dem Notartermin?
Die Vormerkung meist ein bis vier Wochen, die Eigentumsumschreibung nach der Zahlung oft weitere ein bis drei Monate. Insgesamt häufig drei bis sechs Monate.
Wann muss ich den Kaufpreis bezahlen?
Nach der Fälligkeitsmitteilung des Notars, meist innerhalb von 10 bis 14 Tagen.
Wann bin ich Eigentümer der Immobilie?
Rechtlich mit der Eintragung im Grundbuch. Besitz, Nutzen, Lasten und Gefahr gehen meist schon mit der Kaufpreiszahlung über.
Wer wählt den Notar aus?
In der Regel der Käufer, weil er die Notarkosten trägt.
Wie lange vorher bekomme ich den Kaufvertragsentwurf?
Kaufst du als Privatperson von einem Unternehmer, in der Regel mindestens zwei Wochen vor dem Termin.
Stand: Oktober 2026. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung. Gesetze, Förderbedingungen und Zahlen können sich ändern.